Weil einfach einfach anspruchsvoll ist.

Etwas «einfach» zu machen, ist keine Reduktion, sondern eine Haltung. Einfachheit entsteht nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus einer bewussten Entscheidung, Gelassenheit walten und Ruhe zuzulassen – das gilt für alle Stilmittel und Inhalte digitaler Räume: Optik, Design, Text, Bilder, Navigationselemente etc.

Die besten digitalen Auftritte wirken ganz selbstverständlich: Nichts drängt sich auf, nichts muss erklärt werden. Interessanterweise schaffen gerade solche «einfachen» Auftritte schnell Vertrauen – wie ein ruhiger Handschlag zwischen Menschen.

Im Design Weissraum einzusetzen, braucht Mut. Wir Menschen «füllen» gerne. Doch genau dieses Füllen verwässert einen Auftritt: Je mehr Elemente vorhanden sind, desto weniger kann jedes einzelne wirken. Leerraum schafft optische Ruhe. Zieht sich diese Ruhe konsequent durch alle Seiten, spricht man von Konsistenz: gleiche Abstände, vertraute Muster, wiederkehrende Farben und Formen. All das schafft – ganz unterbewusst – Orientierung.

Gute Gestaltung überrascht nicht, sie bestätigt.

Wenn dann auch noch die Sprache dem Grundsatz der Einfachheit folgt, wird das Prinzip vollständig erlebbar: Kurze, klare, verständliche Sätze werden zu einem Stilmittel – und ein Text damit zur Botschaft.

Einfachheit ist kein ästhetisches Ideal, sondern ein strategischer Eckpfeiler. Dazu aber braucht es eine klare Strategie und ein grundlegendes Konzept, auf dessen Basis Entscheidungen getroffen werden können, die nicht nur im Design, sondern in der gesamten Customer Journey zum Tragen kommen.

Wer digitale Räume gestaltet, entscheidet zugleich darüber, wie Menschen sich darin bewegen, was sie verstehen, wie sie handeln und was sie von der Marke mitnehmen.

Ganz einfach!

«Intelligenz» ist das neue «Automation».

Firmen investieren in Automatisierung, künstliche Intelligenz und Prozessoptimierung – Systeme, die per Definition präzise und effizient arbeiten. Doch das allein schafft keinen Vorsprung mehr, denn wenn alles gleich schnell, gleich sauber und gleich automatisiert ist, zählt im Endeffekt, wie gut ein System den Handlungskontext eines Menschen versteht.

Userinnen und Nutzer zu verstehen und deren Vorhaben bestenfalls gar zu antizipieren, senkt Abbruchraten, beschleunigt Entscheidungen und reduziert Aufwand im Kundendienst: Abläufe werden verständlicher, Kommunikation klarer, Systeme nachvollziehbarer, der Klick schneller, die Zufriedenheit grösser und damit der Prozess effizienter.

Für die Planung digitaler Kontaktpunkte bedeutet dies, dass das Nutzerverständnis in die Konzeption – oder am besten bereits in die strategischen Überlegungen – integriert werden muss und nicht erst im Design oder im Mock-up berücksichtigt werden sollte. Konzeptorientiertes Design bedeutet, digitale Räume so zu gestalten, dass sie Absichten erkennen, Erwartungen nachvollziehen und auf reale Nutzungssituationen reagieren: intelligent eben.

Dazu braucht es im geschlossen-digitalen Ökosystem drei Ebenen: Konzeptionelles Denken antizipiert Nutzerinnenverhalten; Daten zeigen, was geschieht; und die richtigen Fragen machen aus Daten Antworten. Und wenn sich etwas nicht ausschliessen lässt, gibt es auch noch den guten alten A/B-Test.

Surfende und Interessierte zu verstehen, steht nicht im Gegensatz zur Automatisierung, wo Masse Klasse ist: Das Verständnis ist – streng genommen – sogar die Voraussetzung für Automation. Es braucht aber insofern einen Gedankenwechsel, als eben Automatisierung nicht zwingend «weniger» heisst, sondern «besser» bedeuten kann.

Warum wollen Sie überhaupt eine Website?

Die klassische Logik im Websitegeschäft und in der Suchmaschinenoptimierung war: sichtbar sein, Klicks gewinnen, Kunden binden. 

Heute aber geben Benutzerinnen ihre Fragen nicht mehr nur bei Google und Bing ein, sie stellen sie vermehrt auch an ChatGPT, Perplexity, Siri, Alexa, Gemini und Claude. Und diese Systeme entscheiden, welche Marken überhaupt Teil der Antwort werden. 

Der Klick auf eine Website ist da bereits die Ausnahme. Womöglich ist das provokativ formuliert, aber – Hand aufs Herz! – wer klickt noch weiter, wenn in den Suchergebnissen die KI bereits alles zusammengefasst hat? 

Das Web, wie wir es kannten, scheint sich in künstlicher Intelligenz aufzulösen. 

Warum also noch eine Website? 

Weil sie das Fundament bleibt.

Sie ist die Quelle, auf die sich Suchmaschinen, KI-Modelle und digitale Assistenten stützen. Sie ist neben Newslettern (noch) einer der einzigen digitalen Räume, die komplett der Unternehmenskontrolle unterliegen, selbst gestaltet und mit guter Qualität und klaren Unternehmensbotschaften gefüllt werden können. 

Ohne eine Website ist eine Firma ein Name ohne Nachweis. 

Zudem bleibt die Website die erste Adresse, wenn interessierte Mitarbeiter sich bewerben wollen, Konsumentinnen durch Produktangebote surfen oder potenzielle Kunden und bestehende Partnerinnen die Ansprechpersonen sehen möchten. 

Aber die Webpräsenz ist tatsächlich nicht die bunte Broschüre oder eine SEO-Trickkiste, sondern Referenzpunkt und Leuchtturm in unruhigen Gewässern: präzise formuliert, semantisch klar – und mit Inhalten, die nicht nur Menschen überzeugen, sondern die auch Maschinen als glaubwürdig erkennen. 

Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht: Brauchen Sie eine Website? Sondern: Ist Ihre Website stark genug, um im 21. Jahrhundert zu brillieren?