Wenn man auf die Internetvergangenheit zurückblickt, zeigt sich vor allem eines: Es gab nie einen stabilen Zustand.
Am Anfang reichte es, überhaupt online zu sein. Eine Website war Präsenz, nicht Instrument. Danach kamen Systeme, Suchmaschinen, Smartphones, Plattformen, Daten, Regulierung und KI.
Webagenturen mussten (und müssen) sich permanent neu erfinden – nicht aus Innovationslust, sondern notwendigerweise. Denn aus Webprojekten wurden über die Jahre Organisations- und Managementaufgaben mit Auswirkungen auf Prozesse und Erwartungshaltungen.
Wer glaubte, man könnte das ein für alle Mal sauber aufsetzen und dann abhaken, wurde regelmässig eines Besseren belehrt.
Heute verändern sich mit KI die Werkzeuge erneut radikal, ebenso die Geschwindigkeit. Erwartungen auf Kundenseite steigen, Inhalte entstehen schneller und Routinen lassen sich automatisieren.
KI kann Optionen liefern, aber sie darf keine Richtung vorgeben (und dieser Satz darf sich philosophisch, wirtschaftlich wie auch politisch lesen!).
Nicht zufällig basiert der Begriff «Technologie» auf einem Wortstamm, der «Handwerk» und «Werkzeug» meint. Technologie war nie Selbstzweck, sondern immer Mittel zum Zweck – etwas, was Menschen einsetzen, um für andere Menschen Dinge besser, schneller oder verständlicher zu machen.
In diesem Sinne ist auch KI ein einfach-komplexes Werkzeug: leistungsfähig, anspruchsvoll, manchmal unbequem, aber eindeutig im Dienst. Sie ersetzt nicht das menschliche Tun, sondern unterstützt es dort, wo Struktur, Tempo oder Komplexität es erfordern.
Wer KI so versteht, muss keine Ablösung durch sie fürchten, sondern kann sie an geeigneter Stelle sinnvoll einsetzen: als Werkzeug für Menschen, die Dinge für Menschen machen.
Wie wunderbar ist das denn?
