Agenturen stehen heute in einem seltsamen Widerspruch: Gemini, ChatGPT, Claude AI – und wie sie alle heissen – erzeugen die Illusion, dass Qualität auf Knopfdruck entstehen würde.
Doch dieser Schein trügt (noch).
Gute Ergebnisse fallen nicht automatisch aus einem Algorithmus heraus. Sie entstehen im Gegenteil erst durch Zeitaufwand, fachliche Kompetenz – im jeweiligen Themengebiet wie auch im Umgang mit KI – sowie durch beträchtliche technische Ressourcen oder entsprechende Lizenzen.
Wer die vermeintliche Zeitersparnis von KI zu blauäugig einkalkuliert, übersieht den Aufwand für die Korrektur fehlerhafter Ergebnisse.
Damit laufen Unternehmen Gefahr, auf eine uralte Werbelogik hereinzufallen: Rabatte suggerieren Ersparnis – gespart wird aber nur dann, wenn man das Produkt ohnehin benötigt!
Dass die scheinbar gewonnene Effizienz durch die Notwendigkeit einer menschlichen Fehlerkorrektur ausgehebelt wird, mag oberflächlich lustig erscheinen, zeigt aber ein komplexes Gegenwartsproblem: Die Maschine beschleunigt zwar potenziell die Ausführung, aber sie übernimmt (noch) nicht das kontextuelle, strategische Denken und (!) die Verantwortung.
Ob es heute noch einer Zusammenarbeit mit einer Agentur bedarf? Die Frage ist berechtigt, aber sie greift zu kurz: Denn es geht nicht nur um Inhaltsproduktion, sondern um thematische Fachkompetenz, intelligente (!) Handhabung von KI-Tools sowie um das menschliche Gegenüber.
Agenturen bieten Unternehmen die nötige Flexibilität, Infrastruktur, Kompetenz, Verfügbarkeit und Sicherheit, während sie gleichzeitig als Sparringspartner die interne Sicht durch den Blick von aussen hinterfragen.
Am Ende entbindet kein Tool der Welt vom Denken und der Verantwortung – es macht die strategische (menschliche) Führung sogar wertvoller.
