25 Jahre!

Als wir 2001 anfingen, ging es im Internet vor allem um eines: um Präsenz.

Heute, 25 Jahre später, ist vieles komplexer, anschlussfähiger und dynamischer geworden.

Nicht nur haben sich Verhaltensweisen von Menschen geändert, sondern – welch Glück – auch Geschäftsmodelle, Arbeitsprozesse, Abhängigkeiten und Bedürfnisse.

Pünktlich zu unserem Agenturjubiläum hat uns Matthias Ackeret vom Branchenmagazin «persönlich» auf den Zahn gefühlt. Entstanden ist ein Gespräch über die Internetblase, über fehlende Luftschlösser, die Integration von künstlicher Intelligenz und die Frage, warum wir bei Bernardini + Schnyder Budgets lieber verkleinern als vergrössern.

Und ja, Reto und ich können uns auch mal drei Tage anschweigen. Aber wenn es brennt, stehen wir auf der Matte.

Wir haben das Interview und ein paar Gedanken auf einer kleinen Landingpage zusammengefasst. Das komplette Gespräch gibt es dort auch als PDF zum Download:

→ Hier geht es zur Jubiläumsseite.

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Um was geht’s überhaupt?

In einem alten Disney-Comic – wahrscheinlich eher aus italienischer denn aus amerikanischer Feder – begräbt Dagobert Duck die Panzerknacker unter Bergen aus Briefen, Schreiben und eingeschriebenen Sendungen: Eigentlich alles belanglos, jedoch mittendrin das eine entscheidende Dokument – und genau das übersehen sie!

Relevanz ist das Stichwort.

«Weniger veröffentlichen, dafür besser» ist eine bemerkenswerte Bewegung in Wissenschaft und Journalismus, die dazu aufruft, Qualität, Tiefe und Wirkung vor endlose Quantität zu stellen. Was sich als eine Absage an Spam und überbordende Inhalte künstlicher Intelligenz liest, ist im Endeffekt ein Plädoyer für Relevanz und Verantwortung.

Relevanz besagt, dass nicht alles, was gesagt werden kann, auch tatsächlich Öffentlichkeit braucht. Das Einfachheitsprinzip lässt grüssen: Botschaften zu reduzieren, ist kein Wunschdenken, es ist in unserer lauten und informationsüberfüllten Welt Pflicht gegenüber und Dienst an der Leserin und dem Empfänger.

Dafür muss man Verantwortung übernehmen und sich nicht hinter Prozessen, Zuständigkeiten, Alternativen und Technologien verstecken: «Enge ich ein, schliesse ich nicht aus», erklärte mir mein Vorgesetzter in den 90er-Jahren.

Der Satz klingt nach, nicht wahr?

Wer Verantwortung übernimmt, geht sorgfältiger mit Inhalten um – weil Relevanz zwar im Briefing stehen mag, aber tatsächlich und am Ende allein (!) ein Urteil der Empfängerin und des Lesers ist.

Verstehen.

Gewichten.

Weglassen.

Verdichten.

Verantworten.

Die Disziplin des Weglassens 

Bernardini + Schnyder wird im Mai 25 Jahre alt – und Stichworte wie Digitalisierung, Transformation, Effizienz, Benutzerfreundlichkeit und neuerdings künstliche Intelligenz begleiten uns. Sie klingen unheimlich wichtig, erklären aber selten etwas aus sich heraus.Im Grunde beschreiben solche Begriffe eine Welt, die immer komplexer wird und sich täglich immer noch etwas schneller dreht. Gleichzeitig täuschen sie eine Einfachheit vor, die es nicht gibt.

Was wir tun, ist unschwer erklärt: Wir lösen betriebliche Probleme oder bringen Zukunftsideen auf Bildschirme. Wir schaffen digitale Räume, durch die sich Menschen hindurchklicken, aus denen sie Informationen beziehen, wo sie Produkte kaufen, Kontakt aufnehmen oder sich unterhalten lassen.

Doch was schnell erklärt ist, birgt meistens Komplexität – denn dass Begriffe Einfachheit vorgaukeln, macht sie gefährlich.

Unsere Arbeit beginnt daher immer mit vielen Fragen, die das Ziel haben, ein gemeinsames Grundverständnis zu schaffen für das, was benötigt wird: Reduktion ist – um es provokativ zu formulieren – kein kreativer Akt, sondern hat in erster Linie mit Disziplin und Erfahrung zu tun.

Technologie macht vieles möglich und erzeugt die Illusion, dass alles sinnvoll sein könnte. Und die Gestaltungsspielräume der künstlichen Intelligenz verstärken diesen Gedanken ins gnadenlos Unendliche.

Wichtig aber ist nur, was nötig ist, und nicht, was möglich ist.

Am Ende reduziert sich alles auf den einen einfachen Gedanken, der seit 2001 unser Ansatz und Ansporn als Webagentur ist: Was ist relevant?

25 Jahre Bernardini + Schnyder, 16 Jahre Newsletter, zwei Geschäftsführer, grossartige Teams in Zürich, Wien und Sofia – und eine erstaunlich simple Frage:

Warum wollen Sie überhaupt eine Website?