Autopilot.

Dass selbstfahrende Autos, Lastwagen und Busse kommen werden, ist nicht nur ein Wortspiel, sondern eine Tatsache. Die Frage ist, wann sich diese Konzepte durchsetzen werden und nicht, ob sie erfolgreich sein werden. In diesem Fall hinken die Gesetzgebung und die gesellschaftliche Akzeptanz solcher Konzepte der Entwicklung hinterher. Dennoch werden sie nicht aufzuhalten sein. Schlicht, weil Automatisierungen langfristige Potenziale hinsichtlich Einsparungen (Menschen & Geld) und «Bequemlichkeit» haben.

Dabei ist die Schuldfrage bei einem möglichen Unfall nur eine von vielen Fragen. Wenn nämlich Geräte, Maschinen und Fahrzeuge von «künstlicher Intelligenz» gesteuert werden, werden sie auch in Notfällen Entscheidungen treffen müssen. Dass mir dabei ein Film – «I, Robot» nämlich – in den Sinn kommt, liegt auf der Hand: Ein Mensch hätte beim Unfall das Kind zu retten versucht, auch wenn dessen mathematische Überlebenschancen tiefer liegen als beim Erwachsenen. Oder anders betrachtet: Wenn ein älterer Herr und ein Kind plötzlich vom Trottoir auf die Strasse wechseln und das selbstfahrende Auto nur durch Ausweichen einen Menschen verschonen kann: Für wen wird sich die Maschine entscheiden?

Aber auch ökonomische Fragen stellen sich: Für Taxilöhne und Sozialabgaben interessieren sich mehrheitlich nur die, die kein Taxi benötigen. Da sich aber Uber – wie man munkelt – bei Mercedes für selbstfahrende Autos umschaut, wird sich auch diese Diskussion langfristig erübrigen. Tesla jedenfalls – so brodelt die Gerüchteküche weiter – denkt über einen eigenen Taxidienst mit selbstfahrenden Fahrzeugen nach. Die dazu nötigen Daten steuern übrigens alle Tesla-Fahrer gratis dem Unternehmen zu.

Wer sägt nun wem den Ast ab?

Es lohnt sich, über die Zukunft nachzudenken. Das Fundament dafür liegt nämlich in unserer Gegenwart.

Dinosaurier.

Alljährlich analysieren wir Websites im Umfeld der Baubranche. Interessieren tut uns, was sich branchenweit in der digitalen Kommunikation tut, ob Trends zu beobachten sind, wo sich neue Konkurrenten zeigen und welche Technologien eingesetzt werden.

Bei der diesjährigen Analyse fällt auf, dass einige Firmen digital aufholen, sich aber allerdings noch zu viele Unternehmen den neuen Technologien verweigern. Wie man 2016 Websites betreiben kann, die weder für mobile Endgeräte optimiert sind noch ansatzweise die heute üblichen Standards für Inhalte und Technologien einhalten, ist mir unverständlich.

Die Argumente kenne ich aus meiner täglichen Beratertätigkeit aus dem Effeff: Wir verdienen kein Geld übers Internet, die Website ist ein Informationsmedium, kein Budget für das Zeugs da, das sieht ja niemand, wir haben nicht so viele Besucher, ich will das so (Inhaber), der Chef will das so (Mitarbeiter), bei mir im Büro sieht die Website super aus, Suchmaschinen was?!?

Wenn Sie sich in einer der Aussagen wiedererkannt haben, ist das kein Grund, einen Freudentanz anzustimmen. Im Gegenteil – so scheint es – haben Sie die Lage nicht erkannt. Konkurrenten kommen heute nicht mehr zwingenderweise aus der eigenen Branche, man trifft sie nicht an Apéros und man kennt sich nicht von früher. Denn das definiert die «digitale Transformation»: Dass nämlich ein jeder in jeder Branche mitmischen kann, sofern er ein Geschäftsmodell hat, das funktioniert.

Es ist nicht ausschlaggebend, ob Sie Tausende von Besuchern auf Ihrer Website haben oder ein paar Hundert. Relevant ist einzig, ob sich aus Kontakten Geschäftsbeziehungen entwickeln können. Dazu muss aber Ihrer Website inhaltlich, konzeptionell und technisch Genüge getan werden.

Sie können selbstverständlich auch weiterhin Ihr Dasein als Dinosaurier fristen: Ihre Knochen werden in ein paar Jahren bestimmt hohen Sammelwert haben.

Ein Wort zu Social Media.

Das Internet existiert nicht mehr: Es gibt nur noch Facebook, Instagram, YouTube, viele hysterische Kommentatoren, ein paar Besserwisser und viele Gutmenschen daneben.

Doch so ist es zum Glück nicht.

So wenig wie Facebook das Internet ist, so wenig lässt sich das Internet im Jahre 2016 ohne Facebook, Instagram oder YouTube beschreiben. Dennoch scheinen viele Unternehmen die Social-Media-Massnahmen überzubewerten. Dabei wird sehr oft die eigene Website vernachlässigt.

«Social Media» ist ein Sammelbegriff für Medien, in denen Erfahrungen, Meinungen, Bewertungen, Dateien oder Informationen unter Internetnutzern ausgetauscht werden. Dass diese Spielwiese von Unternehmen für eigene Marketingzwecke benützt wird, steht ausser Frage. Und dass man damit offenbar gute Erfahrungen sammeln, aber auch wertvolle Kontakte knüpfen kann, steht ausser Diskussion.

Sind soziale Medien tatsächlich Website-Killer?

Die Frage mag berechtigt sein, ist aber dennoch falsch. Im Gegenteil erhält die Unternehmenswebsite je länger je mehr die Hauptrolle im digitalen Universum: Sie bleibt das Kernstück der Kommunikation und dient zusätzlich als Verweis für alle Online-Dienste, die ein Unternehmen pflegt und unterhält. Das mögen Mikrosites, Newsletter, Apps, Downloadverzeichnisse, Xing- oder Linkedinprofile, Facebook-Fanseiten und Instagram-, Twitter-, YouTube- oder Vimeo-Accounts sein. Websites bleiben aber zentrale Elemente der modernen Unternehmenskommunikation, weil sie Vertrauen schaffen, überzeugen und die Marke ohne Nebengeräusche positionieren. Soziale Medien erfüllen andere Funktionen im Kommunikationsmix.

Ob man auf eine Website zugunsten von Social-Media-Massnahmen verzichten kann, ist nicht die Frage. Wenn überhaupt, dann sollte die Frage umgekehrt formuliert werden.