Zurück zum Menschen.

Bei manchen Websites und Apps wurde viel über Technologie, Funktionen und schicke Designs nachgedacht, dabei aber dummerweise die Benutzerfreundlichkeit vergessen.

In einem Mono- oder auch Oligopol mag das nebensächlich sein – doch in einem hochkompetitiven Umfeld ist Benutzerfreundlichkeit ein Alleinstellungskriterium gegenüber der Konkurrenz …

Glasklare, reduzierte und intuitive Benutzeroberflächen sind jedoch alles andere als einfach zu konzipieren und zu gestalten:

«Einfach» zu schreiben, ist ein Kinderspiel – aber um «einfach» als Prädikat für eine ganze Website (und damit als Adjektiv) benutzen zu können, müssen einige komplexe, anspruchsvolle Arbeitsschritte von Leuten, die sich auskennen, ausgeführt und Zeit investiert werden.

Optisch reduzieren heisst Abläufe durchdrungen haben, um das Unnötige zu eliminieren.

Erst wenn Benutzeroberflächen es den Nutzern und Userinnen ermöglichen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, verbessert das die Nutzererfahrung, was zu höheren Klick- und Abschlussraten führt.

Dass mit «künstlicher Intelligenz» ein neues Kapitel aufgeschlagen wird, versteht sich fast von selbst – doch, um die Euphorie ein bisschen zu trüben, will der Einsatz derselben ausserordentlich gut überlegt sein.

Nicht nur weil Datenschutz weiterhin ein Thema bleibt, sondern weil nicht jede Automatisierung per se «gut» ist.

Statt an der Website Interessierte mit endlosen Optionen zu überfordern, wäre der Fokus auf relevante Funktionen Erfolg versprechender. Dass diese Aussage weder neu noch revolutionär ist, dürfte allen klar sein.

Die Anschlussfrage sei aber erlaubt: Warum verlieren dann etliche Apps und Websites den Fokus und verjagen Kunden durch Unklarheiten?

Sie erinnern sich: ein Klick – und weg!

Die Konkurrenz freut’s.

Quo vadis, Suchmaschine?

Wie oft hören wir in Sitzungen, dass Websites besser gefunden werden müssten?

Doch so vernünftig das Anliegen scheint, es ist tatsächlich leider irreführend.

Es impliziert, eine gesamte Website liesse sich bei Google & Co. hochranken. Doch das ist unwahrscheinlich bis unmöglich – zumindest in der Theorie und nach Erfahrungswerten werter Kollegen, Konkurrentinnen und laut Analysen.

Denn der Grundgedanke einer Suchmaschine ist es, einer Benutzerin zu einer Suchanfrage eine perfekte Antwort zu liefern. Dies wird nicht durch eine gesamte Website ermöglicht, sondern einzig über eine einzelne Seite.

Dass das Geschäftsmodell von Suchmaschinen darauf basiert, Antworten zu liefern, und jeder Klick auf den «Zurück»-Button dieses unternehmerische Konzept unterminiert, sollte man sich vor Augen führen.

Google & Co. sind erfolgreich, weil sie (meistens) die Erwartungen erfüllen oder geschickt umschiffen (mit Google Ads oder anhand von Analysen des Suchverhaltens).

Tatsächlich aber besteht der einzige Weg, eine gute Auffindbarkeit zu erreichen, darin, eine bestimmte Seite einer Website – die Landingpage! – auf eine ganz spezifische Schlüsselwortphrase zu optimieren.

Denn Menschen suchen nicht mit einem einzelnen Wort, sondern mit einer Wortkombination.

Besser ranken heisst folglich Fragen beantworten – und dies bestmöglich, sehr konkret und im Sinne des Fragenden. Denn gefundene Seiten müssen einen Mehrwert für den Benutzer bedeuten!

Dass sich das Suchverhalten in Zeiten von «KI» ändert und Suchmaschinen ihre Konzepte modernisieren, macht alles noch anspruchsvoller – und damit noch spannender.

Langfristig ist der Begriff der «Suchmaschinen» wohl nicht mehr zutreffend, da diese immer mehr zu Butlern oder Begleiterinnen im digitalen Dschungel werden.

Das Fragezeichen ist daher angebracht – aus jeder Perspektive!

 

Design-Fluch oder -Segen?

Das Internet, einst ein wildes Grenzland blinkender Banner, schriller Farben und unzähliger Schriftarten, hat sich vielerorts, wenn auch nicht grundsätzlich, von der optischen Nervosität erholt.

Das Stichwort lautet: Weissraum.

In einer einfachen Definition lässt sich dieser als unbenutzter, leerer Raum auf einer Webseite deuten; es ist der Bereich «dazwischen» – zwischen den Grafiken, den Inhalten und den Schmuckelementen.

Es ist aber nicht einfach ein leerer Raum oder gar ein Mangel an Inhalten, sondern ein gut überlegtes, aussagestarkes Designelement, eine bewusste Gestaltungsentscheidung.

Der Weissraum erhöht die Lesbarkeit, führt zu einem besseren Benutzererlebnis und zu einer optischen Beruhigung in einer fast krankhaft nervösen digitalen Wohlstandsumgebung (Handys, Computer, Apps, soziale Medien, Ticketautomaten, Navigationsgeräte, flimmernde Werbebildschirme etc.).

Der gezielte Einsatz von Weissraum kann der Betrachterin wie dem User Ruhe und kommunikative Souveränität vermitteln. So hilft er, Inhalte leichter verarbeiten zu können, indem er das Wesentliche betont und die Informationsflut reduziert.

Auch in der Musik kommt es ganz entscheidend auf die Pausen an – es sind die vermeintlich (!) «leeren» Momente zwischen den Tönen und zwischen den Sätzen, die die Grösse eines Werkes wesentlich mitbestimmen.

Genauso schafft der Weissraum eine Pause, eine Ruheinsel im täglichen Wirrwarr und persönlichen Stressalltag, er hierarchisiert Inhalte und schafft Klarheit.

Weissraum funktioniert ähnlich wie Leitplanken, die den Verkehr – optisch geleitet – sicher über schwierige Strassenabschnitte führen.

Die goldene Mitte zwischen dem Anspruch des Marketings (Inhalte!) und dem Designteam (Ruhe!) zu finden, ist ein Meisterstück moderner Kommunikation.