In einem alten Disney-Comic – wahrscheinlich eher aus italienischer denn aus amerikanischer Feder – begräbt Dagobert Duck die Panzerknacker unter Bergen aus Briefen, Schreiben und eingeschriebenen Sendungen: Eigentlich alles belanglos, jedoch mittendrin das eine entscheidende Dokument – und genau das übersehen sie!
Relevanz ist das Stichwort.
«Weniger veröffentlichen, dafür besser» ist eine bemerkenswerte Bewegung in Wissenschaft und Journalismus, die dazu aufruft, Qualität, Tiefe und Wirkung vor endlose Quantität zu stellen. Was sich als eine Absage an Spam und überbordende Inhalte künstlicher Intelligenz liest, ist im Endeffekt ein Plädoyer für Relevanz und Verantwortung.
Relevanz besagt, dass nicht alles, was gesagt werden kann, auch tatsächlich Öffentlichkeit braucht. Das Einfachheitsprinzip lässt grüssen: Botschaften zu reduzieren, ist kein Wunschdenken, es ist in unserer lauten und informationsüberfüllten Welt Pflicht gegenüber und Dienst an der Leserin und dem Empfänger.
Dafür muss man Verantwortung übernehmen und sich nicht hinter Prozessen, Zuständigkeiten, Alternativen und Technologien verstecken: «Enge ich ein, schliesse ich nicht aus», erklärte mir mein Vorgesetzter in den 90er-Jahren.
Der Satz klingt nach, nicht wahr?
Wer Verantwortung übernimmt, geht sorgfältiger mit Inhalten um – weil Relevanz zwar im Briefing stehen mag, aber tatsächlich und am Ende allein (!) ein Urteil der Empfängerin und des Lesers ist.
Verstehen.
Gewichten.
Weglassen.
Verdichten.
Verantworten.
