Es gab eine Zeit, da waren WordPress-Websites sofort zu erkennen: grosses Bild oben, drei Spalten darunter, ein Slider. Tausende Unternehmen kauften dasselbe Theme für ein paar Franken und hielten es für ihren eigenen Auftritt.
Heute passiert dasselbe, nur schneller und überall. E-Mails beginnen alle mit derselben Wendung und enden mit der immer gleichen Zusammenfassung. Auf LinkedIn fängt jeder Beitrag mit einer Erkenntnis an und endet mit einer Frage, die niemand beantworten will. Präsentationen liegen dieselben Kacheln zugrunde, Websites geben dieselben Versprechen.
Alles ist korrekt und aufgeräumt … und nichts bleibt hängen.
Das liegt nicht an der KI. Sie liefert, wofür sie gebaut ist: das Wahrscheinlichste. Was am häufigsten vorkommt, wird zur Antwort, und was zur Antwort wird, kommt noch häufiger vor.
Der Durchschnitt – und damit das Mittelmass – füttert sich selbst.
Schwierig wird es, wenn Menschen den erstbesten Vorschlag der KI für ihre eigenen halten.
Die Versuchung ist gross: Der Text steht in Sekunden und die Mail klingt höflicher, als man sie an einem Montagmorgen selbst verfassen könnte. Nur: Wer klingt wie alle, wird auch gelesen wie alle – und genauso schnell überlesen.
Eine Unterschrift war nie nur ein Name. Sie zeigt, dass jemand hinter einer Sache steht, mit allen Ecken und Eigenheiten. Erkennbar wird eine Absenderin oder ein Absender durch die Haltung, die nicht alle teilen, durch Beispiele aus eigener Erfahrung, durch den Satz, der etwas zu lang geraten ist, aber genau so gemeint war.
Wer KI nutzt, muss sie führen. Den Rohstoff liefert der Mensch mit seinen Gedanken und seiner Sicht auf die Dinge. Die Maschine darf ordnen, prüfen und beschleunigen.
Unterschreiben muss aber der Mensch.
Sonst wird alles hässlich gleich.
